Chronologischer Überblick

 

1.-4. Jh. Römische Ansiedlung in Bodenheim, belegt durch Münzfunde am Bendenpütz
5.-7. Jh. Anlage eines fränkischen Reihengräber-Friedhofs in Bodenheim
um 950 Erste urkundl. Erwähnung Bodenheims: Eigil vermacht der Abtei Prüm einen Hof in Bodenheim, den sog. „Stiftshof“, den das Tochterkloster Münstereifel bis 1803 besessen hat.
1136 Seburg von Bodenheim schenkt der Klosterkirche in Siegburg Ländereien mit einer halben Hofstatt.
1140 Erste urkundliche Erwähnung Theodor von Bodenheims, wahrscheinlich der Ehemann Seburgs.
1173 Die Brüder Gerlach und Gottschalk von Bodenheim, wahrscheinlich Söhne von Theodor und Seburg, werden als Siegelzeugen erstmals urkundlich erwähnt.
1350 Auf der Abschrift eines brabantischen Lehensverzeichnisses von 1312 wird ein „Adolphus de Bodenem“ als Lehensinhaber des „castrum Bodenem“ aufgeführt. Dies beweist die Existenz einer zweiteiligen Wasserburg in Bodenheim, eines der wenigen „castra“ im Lehensverzeichnis des Herzogs Johann II. von Brabant.
1359 Johann von Bodenheim und seine Frau Mechthilde machen eine Stiftung an die Pfarrkirche zu Lommersum.
um 1370 Vermutlich Erweiterung und Verstärkung der Burg durch Johann von Bodenheim, der dafür Kredite aufnimmt und Güter verpfändet.
1376-78 Johann von Bodenheims Schwiegersohn, Johann von Vischenich, und dessen Schwiegersohn Giselbrecht nehmen auf Seiten des Erzbischofs am Streit mit der Stadt Köln teil.
um 1400 Burg Bodenheim übernimmt unter Giselbrecht Brent von Vernich die führende Rolle unter den Lommersumer Mannlehen des Herzogs von Brabant.
um 1450 Friedrich und Konrad von Tomberg gen. Worms bewohnen die Burg auf Rentenbasis.
1474 Katharina von Nattenheim, Witwe Johanns d.Ä. Brent von Vernich, ermächtigt ihren Neffen Clais von Mirbach, ihren Anspruch gegen Konrad von Tomberg auf Zahlung einer Erbrente gerichtlich geltend zu machen.
1518 Goswin von Tomberg wird urkundlich als Inhaber des Mannlehens Bodenheim genannt. Sein Wappen und das seiner Frau, Maria Schall von Bell und Schlenderhahn zu Friesheim, am Mitteltrakt der Burg lassen auf von ihm veranlasste Baumaßnahmen schließen.
1545 Goswins Sohn Dietrich schließt auf der Burg den Ehevertrag mit Klara von Buseck. Sein Heiratsgut ist die Burg mit allem Zubehör im Bereich von Lommersum und Umgebung, vorbehaltlich der lebenslangen Nutzung durch seine Mutter.
1573/78 Lommersum gerät als brabantische Unterherrschaft in die Auseinandersetzungen zwischen Spaniern und Niederländern und wird wiederholt gebrandschatzt und teilweise durch Brand zerstört. Auch Burg Bodenheim wird „mehrfach geplündert und abgebrannt“.
bis 1589 Wiederaufbau der Burg durch Dietrich d.Ä. von Tomberg, belegt durch die in Eisenankern am Osttrakt angebrachte Jahreszahl sowie den Schlussstein am Torhaus.
1600 Dietrichs ältester Sohn Konrad wird mit Haus Bodenheim und Zubehör belehnt.
1607 Konrad und seine Frau Katharina von Dobbelstein verpachten die Burg an dessen jüngeren Bruder Georg und seine Frau, Maria von Blankart.
1619 Georg wird auch formell mit Haus Bodenheim belehnt, „für das er erhebliche Baukosten aufwandte“, und verleiht der Burg ihre heutige Form.
1629 Daniel von Hersel zu Vochem, der Schwiegersohn Georgs von Tomberg, wird mit Haus Bodenheim belehnt und bringt es ohne größeren Schaden durch den Dreißigjährigen Krieg.
1701-14 Spanischer Erbfolgekrieg, in dessen Verlauf Lommersum eine Reihe von Einquartierungen, Truppendurchzügen, Materialanforderungen für Schloss Kerpen und die Stadt Bonn sowie sonstigen Kriegslasten erfährt. Die Herren von Bodenheim als größte Grundbesitzer der Herrschaft Lommersum weigern sich jedoch beharrlich, Sonderzahlungen zu entrichten.
12.1.1709 Die Kerpener Garnison fällt in Lommersum ein, nimmt den Burgherren von Bodenheim gefangen und setzt ihn für mehrere Tage im Schloss Kerpen in Haft.
1723 Nach mehreren erfolglosen Versuchen, die Rückstände der Burgherren von Bodenheim aus Kriegsumlagen und Abgaben von mittlerweile 3.338 Reichstalern einzutreiben, klagt die Gemeindevertretung von Lommersum erfolgreich auf Zahlung eines Teilbetrages von 100 Reichtalern.
1727 Konrad Gumbert Ägidius Franz und Franz Adolf von Hersel schließen mit den Vertretern der Herrschaft Lommersum einen Vergleich. Dazu legen sie einen „General-Befreiungsbrief“ des Königs von Spanien aus dem Jahre 1582 vor, der Burg Bodenheim „bis zu ewigen Tagen“ von allen Beiträgen zu außerordentlichen Lasten bereitstellt.
1748 Haus Bodenheim wird mit dem zugehörigen Hof in Lommersum auf 335 Morgen taxiert und die jährliche Abgabe auf 81 Speziestaler und 52 Albus festgesetzt.
1755 Clemens August von Hersel wird mit Burg Bodenheim belehnt.
1792 Clemens Augusts älteste Tochter Frederike Hubertine heiratet den Grafen Karl Eugen von Hatzfeld-Wildenburg.
1794 Laut Auskunft des Lommersumer Bürgermeisters Heinrich Keller über die in seiner Gemeinde befindlichen Lehns- und Adelsgüter gehört Burg Bodenheim zu den landtagsfähigen preußischen Rittergütern.
25.8.1799 In Abänderung des Ehevertrages wird Frederike Hubertine von Ihrem Mann als Vormund gemeinsamer Kinder eingesetzt. Sieben Tage später verstirbt der Graf; vermutlich im Dezember wird der Sohn Edmund geboren.
bis 1817 Da die Burg in französischer Zeit unbewohnt ist, verfällt sie zunehmend. Die Besitzerinnen, Frederike Hubertine von Hatzfeld-Wildenburg und ihre Schwester Maria Anna von Hersel, erwägen einen Neubau im Rokokostil, entschließen sich aber aus Kostengründen für eine Restaurierung.
1819 Graf Edmund wird volljährig; Burg Bodenheim verbleibt jedoch im Besitz seiner Mutter und ihrer Schwester.
1826/27 Weitere Baumaßnahmen, v.a. Reparatur des Mauerwerks und Verputzen des Burghauses.
1834 Neubau der steinernen Brücke zum Herrenhaus.
1845 Graf Edmund und seine Tante verkaufen Burg Bodenheim an den Herzog Prosper-Ludwig von Arenberg.
1861 Prosper-Ludwigs Sohn, Herzog Engelbert zu Brüssel, erbt die Burg.
1930 Herzog Engelberts Sohn, Engelbert August, verkauft die Burg an die Pächter Heinz und Mathilde Kieselstein.
1980-90 Die gesamte Burg wird innen und außen saniert und renoviert, es werden drei Wohnungen eingerichtet (je eine im West-, Ost- und Mitteltrakt).
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